Warum Kälte für Bienen wichtig ist

Endlich ist es kalt. Endlich (fast einmal) Minusgrade. Für die Bienen sind die Minusgrade wichtig, denn nur wenn es richtig kalt ist, legt die Königin mal eine Pause ein.

Nun sind die Minusgrade da. Doch sie kommen sehr spät und wie es aussieht, bleiben sie auch nicht lange. Denn ab etwa 10 Grad fliegen die Bienen wieder. Dann können sie zwar auch endlich wieder ihren Darm entleeren, doch im Moment finden sie kaum Nahrung und ein Ausflug ist somit quasi reine „Energieverschwendung“.

Wirklich nötig ist die Möglichkeit zum Reinigungsflug jetzt zudem nicht, weil die Bienen den ganzen November bis Januar bei manchmal bis zu 15 Grad im Sonnenschein gute Möglichkeiten hatten, den Stock zu verlassen. Der warme Winter sorgt aber nicht nur dafür, dass die Bienen ausfliegen und mehr Energie als nötig verbrauchen statt eng in der Wintertraube zu sitzen und sich gegenseitig zu wärmen. Dann sitzen sie nämlich eng um die Königin herum und wärmen sich gegenseitig durch ständige Bewegungen, genauer gesagt, ständiges Muskelzuckungen.

Dabei wechseln sie immer wieder ihren Ort vom Inneren der Wintertraube nach außen. So ist jedes Individuum einmal dran im äußeren Bereich zu sitzen, wo es kälter ist und wo mehr Bewegung nötig ist. Auch hierbei verbrauchen die Bienen Energie, allerdings weniger, als wenn sie ausfliegen. Die milden Temperaturen animieren also nicht nur die Arbeiterinnen draußen nachzusehen, ob schon etwas blüht und ob es Nektar zu sammeln gibt. Sie verleiten auch die Königin dazu, ihren ganz normalen Tätigkeiten nach zugehen – und hierbei vor allem dem Eierlegen. In milden Wintern wie diesem, kann es durchaus vorkommen, dass Bienenvölker durchbrüten. Auch damit verbrauchen sie mehr Energie als nötig.

Die Vorräte im Stock werden knapp und die Königin und die Arbeiterinnen powern sich unnötig aus. Die eine beim Eierlegen und die anderen bei der Brutpflege. Das kann Auswirkungen auf die folgenden Populationen haben, die dann weniger stark sind. Weniger stark bedeutet auch, stärker anfällig für Krankheiten und Parasiten.

Auch wenn man zuerst meinen könnte, dass bei Minusgraden die Bienen frieren, ist das ein Trugschluss. Mit kaltem Winterwetter können die Bienen bestens umgehen, mit Frühlingstemperaturen im Dezember und Januar wird es dagegen schwieriger. Am besten sind für die Bienen ein paar wenige Grad über Null oder Temperaturen um den Gefrierpunkt, denn dann müssen sie weder viel heizen noch kommen sie auf die Idee auszufliegen oder zu brüten.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.