Honig richtig lagern

Die natürlichste Form der Honiglagerung ist natürlich immer noch in der Wabe. Aber Honig in der Wabe ist bei uns (leider) nur sehr selten erhältlich und auch von vielen HonigkäuferInnen (noch) nicht gewünscht. Hier ist das klassische „Glas Honig“ noch immer der Favorit. Unsere Erfahrung hat aber auch gezeigt, dass dies z.B. in der türkischen Kultur genau andersherum aussieht.

Damit Du auch zu Hause Deinen Honig optimal lagern kannst, haben wir das Wichtigste für Dich kurz zusammengestellt:

Theoretisch ist Bienenhonig nahezu unbegrenzt lange haltbar, solange man die folgenden einfachen Regeln beachtet. Honig sollte man stets geschützt vor Licht, Wärme und Feuchtigkeit aufbewahren, um seinen Geschmack und seine natürlichen Inhaltsstoffe zu erhalten. Zu starke Sonneneinstrahlung und zu hohe Temperaturen sorgen dafür, dass sich der Honig langsam zersetzt und seine wertvollen Inhaltsstoffe und Enzyme damit verliert. Idealerweise wird der Honig zu Hause bei 15 bis 18 Grad sowie dunkel gelagert. Dies ist vor allem bei den „normalen Honiggläsern“ zu beachten, welche meist zu viel Licht an den Honig lassen.

Honig gilt als hygroskopisch, das heißt er zieht Feuchtigkeit aus der Luft an. Als Folge kann es zur Gärung kommen. Bei verschlossenen Gläsern und trockener Lagerung erhöht sich der Wassergehalt nicht, so dass die Qualität des Bienenhonigs bestehen bleibt. Honig nimmt auch sehr schnell fremde Gerüche und Geschmäcker an. Auch deswegen sollte der Honig immer gut verschlossen werden, da er ansonsten mit der Luft auch fremde Aromen aufnehmen kann.

Und was sagt die Wissenschaft?

Mit den genauen Auswirkungen der Lagerung auf die Honigqualität hat sich das Institut für Bienenkunde in Celle in einem dreijährigen Forschungsprojekt beschäftigt. Dabei führte es Untersuchungen zur Mindesthaltbarkeit von Honig unter Berücksichtigung unterschiedlicher Lagerbedingungen durch. Ziel war es, verlässliche und repräsentative Daten zur Veränderung der chemisch-physikalischen Parameter von Honig bei der Lagerung über einen längeren Zeitraum und unter unterschiedlichen Bedingungen zu erhalten.

Über die drei Projektjahre wurden fünf Honige in D.I.B.-Gläsern (D.I.B. – Deutscher Imkerbund) bei fünf unterschiedlichen Lagertemperaturen von 4 °C bis 25 °C gelagert. Die Honige unterschieden sich aufgrund der botanischen Herkunft in ihrer chemisch-physikalischen Zusammensetzung. Innerhalb der drei Jahre wurden die Honige 15 Mal im Abstand von je zehn Kalenderwochen auf die, in der Honigverordnung gelisteten Qualitätsparameter untersucht.

Zusammenfassung der wissenschaftlichen Ergebnisse

Relevante Parameter, die eine wesentliche Veränderung durch die Lagerung erfahren, sind Invertaseaktivität, Diastaseaktivität, HMF-Gehalt, Konsistenz, Gärung und mit der Gärung einhergehend Gärungsparameter wie Hefe-, Ethanol- und Glyceringehalt.

  • Eine Lagerung bei 4 °C führt über einen sehr langen Zeitraum zu keiner Veränderung des Honigs. Gleichwohl ist diese Art der Lagerung kostenintensiv und daher ökonomisch nicht sinnvoll.
  • Eine Lagerung bei 15 °C ist für Imkereien und Großhandel anzuraten, da hier erst nach längerer Lagerzeit relevante Veränderungen eintreten. Der Honig behält über lange Zeit seine spezifischen Eigenschaften. Die Lagerzeit liegt bei deutlich über drei einhalb Jahren.

Bei einer Lagerung zwischen 18 bis ca. 25 °C liegt die Halbwertzeit der Invertaseaktivität nur noch bei ca. drei Jahren, die der Diastaseaktivität nur noch bei zwei Jahren. Gravierender ist der HMF-Gehalt. Der Grenzwert

  • der Honigverordnung (40 mg/kg) ist bereits nach anderthalb bis drei Jahren erreicht. Je höher die Temperatur, umso größer die Veränderungen.
  • Bei der Lagerung über 18 °C muss man auch mit dem Beginn der Entmischung rechnen, die wiederum zu verstärkter Gärung führen kann.
Unser Fazit

Gebt dem Honig bei Euch gar keine Chance, sich irgendwie zu verändern. Denn mit jedem Löffel Honig habt Ihr ein wunderbares Geschmackserlebnis 🙂

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